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Die historische Ruhrschleuse
Mit der aufkommenden Kohleförderung  und der wirtschaflichen Entwicklung wurde die Ruhr als Transportweg immer wichtiger.

Dabei waren zahlreiche Schwierigkeiten zu überwinden, wie Klippen, Sand- und Kiesbänke. Außerdem gab es zahlreiche flache und steile Abschnitte. Ein Problem bei der Ruhrschifffahrt war deshalb das Umladen der Transportgüter an den zahlreichen Wehren und Schlagden der Ruhr. Holz und Kalk vertrugen dies. Es wurde aber immer mehr Steinkohle befördert. Für die Qualität der Kohle war dies untragbar, denn die Abnehmer in der Grafschaft Kleve wollten Stückkohlen.

Auf Anordnung des preußischen Königs Friedrich II. vom 10. Mai 1781 wurde die Ruhr von Holzwickede bis Duisburg schiffbar gemacht.

Insbesondere wurden in den Jahren 1776 bis 1780 zwischen Duisburg und Langschede an den Ruhrwehren 16 neue Schleusen angelegt, an denen später bis zu 80 Schiffe täglich geschleust wurden. Zumeist bestanden die Schleusen noch aus Holz, später wurden sie dann mit Steinen erneuert. Zuvor hatten die Stauwehre, auch Schlagden genannt, nur der Energiegewinnung zum Mühlenbetrieb gedient.

 

Die erste Schleuse in Hattingen wurde um 1774 errichtet.

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Die Lage zwischen den Mühlen und dem Wehr erwies sich jedoch als so ungünstig, dass nach kurzer Zeit eine neue Schleuse gebaut werden musste. Diese war 1778 fertig gestellt. Die Errichtung wurde zuerst vom Haus Cliff übernommen; später wurde der Bau durch die preußische Regierung vollendet, die später auch die Schleusenrechte erwarb. In den Jahren 1819-20 wurde die Schleuse neu gebaut.

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Die Abmessungen der Schleuse reichten mit 42 m Länge und 5,7 m Breite aus, die Ruhraaken (Plattbodenschiffe) aufzunehmen, auf denen die Kohle üblicherweise transportiert wurde. Jährlich passierten um 1.500 Schiffe die Schleuse.

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Die Schleuse verrichtete bis zur Einstellung des Schiffsverkehrs auf der Ruhr am Ende des 19. Jahrhunderts ihren Dienst. Im Jahr 1890 ging das letzte Schiff durch die Schleuse.

Ein Nachbau einer Ruhraake, nach Originalplänen von 1840, steht im Westf. Landesmuseum für Industriekultur Zeche Nachtigall, in Witten.